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der Mac Mini im Vorzimmer

Vor einigen Jahren – ich überlege zu diesem Zeitpunkt schon länger, mir einen Rechner zuzulegen, der 24 Stunden am Tag laufen kann – schaffe ich mir einen Mac Mini G4 an, mit dem Plan, ihn als Firewall-Rechner zu verwenden, und gleichzeitig auch als privaten Server für Dateien (FTP) und für diverse Web-Projekterln.

Ursprünglich – der Mac Mini hat nur einen Ethernet-Anschluss – will ich ihn dabei über Firewire mit meinem Arbeitsrechner verbinden, und am Anfang scheint das auch zu funktionieren, allerdings tauchen durch den Austausch des 2m-Firewirekabels gegen ein 5m langes eigenartige Probleme auf, so brechen mir die Bandbreiten etwa bei ssh ein, nicht aber bei HTTP und andere Eigentümlichkeiten, ich kann Hardwarefehler ausschließen, der Grund für die Spaßetteln entzieht sich meinem Verständnis, wie auch immer, ich stecke also den Mac an einen Ethernet-Switch an und verbinde eben so meinen Arbeitsplatzrechner (über den Mac, der ihn weiterroutet) mit dem Internet, keine saubere Lösung, zugegebenermaßen, aber dieses „Risiko“ bin ich bereit einzugehen.

Den kleinen Mac selber betreibe ich mit Debian, zum Schluss mit dem Stable-Branch, und da es sich um einen ppc handelt, also um einen Rechner mit einer CPU, die nicht i386-kompatibel ist, kann ich mir sicher sein, dass 99,99% aller Exploits schon im Vorhinein nicht funktionieren, da sie die CPU – selbst wenn sie zur Ausführung gelangen sollten – sie nicht verstehen würde.

Ich habe also einen privaten FTP-Server, entwickle Web-Seiten weiter, spiele mich mit diversen Serverdiensten herum, und mach auch noch einige andere Sachen, dazu ein kleines Video, das ich ursprünglich für einen Arbeitskollegen gemacht habe:

Ich muss nach einigen Jahren Erfahrung mit Mini-Macs allerdings ausdrücklich vom Erwerb eines solchen abraten, so sind die Dinger zwar leise und stromsparend, heizen sich aber über Gebühr auf, und die Laufwerke leben nicht lange. Außerdem ist Apple mittlerweile bekanntlich auf Intel-CPUs umgestiegen, was den „security by obscurity“-Vorteil, den die G4-CPU hatte, zunichte macht, und nicht zuletzt haben auch die Preise für diese Rechner inzwischen ganz schön angezogen, um das Geld bekommt man – auch, was Abmessungen und Leistungsaufnahme betrifft! – je nach Bezugsquellen für die Teile zwei bis drei PCs…

Aber es war ganz lustig, so lange es währte, und seit ich nicht mehr diese eigenartigen Arbeitszeiten habe, die bewirken, dass ich jeden Tag zwei bis drei Stunden zu einer Zeit leise verbringen muss, wo diverse Freundinnen, Freunde, Nachbarn… schlafen, haben andere Freizeit-Interessen Vorrang. Im Endeffekt habe ich durch das Projekterl sicherlich ein paar Dinge Sache gelernt, doch vor allem: eine riesen Gaude gehabt, wo andere höchstwahrscheinlich vorm „Fernser“ verschimmelt wären.

Ach übrigens, die Funktionalitäten des Geräts – Mails vorlesen, Haushaltsbuch führen, Kenny töten, und so weiter – wurden mittels Shell- bzw. hauptsächlich Python-Scripts realisiert, es hat sich im Laufe der Jahre für mich einfach als die effizienteste und stabilste Entwicklungsmethode herausgestellt.