English version

Sacharja privat

Das Internet ist öffentlicher Raum. Das bewirkt, dass alles, was man – in diesem öffentlichem Raum – äußert, rein theoretisch jeder anderen sich in eben diesem öffentlichem Raum befindlichen Person zugänglich ist, ungeachtet der jeweiligen individuellen Situation besagter Person, mit anderen Worten:

Jede im Internet befindliche Information ist jeder im Internet beteiligten Person zugänglich!

Was auch immer also „ins Internet gestellt“ wird, kann von jedem, der vor einem Webbrowser sitzt, gelesen werden, ganz egal ob alt oder jung, Freund oder Feind, Chef oder Angestellter, Mutter oder Tochter; Menschen aller sozialen Schichten, aller Berufsgruppen, aller Ethnien, aller politischen oder religiösen Haltungen,… haben Zugriff, allenfalls vielleicht die Sprache ist ein Hindernis.

Und wenn auch in vielen Bereichen diese Zugänglichkeit durchaus wünschenswert ist, ist sie in vielen Bereichen aber auch problematisch, und zwar dort, wo Informationen auftauchen, die schlicht und ergreifend nicht in die Öffentlichkeit gehören, und das betrifft vor allem – persönliche Daten.

Das Bewusstsein, das alles, was nicht voll und ganz öffentlichkeitstauglich ist, auch nicht in der Öffentlichkeit zu sein hat, ist noch nicht gesellschaftlich etabliert, viel zu leicht geben viel zu viele Leute Informationen preis, die bestenfalls ihre Freunde und Bekannten etwas angehen, und selbst in diesem Fall oft nichts im Internet verloren haben. Man muss sich nur vor Augen halten, dass auch der Chef, die Ex-Frau, der Konkurrent, oder ideologische Wirrköpfe mit zu viel Zeit …, Zugang zu allem haben, was man jemals ins Internet gestellt hat, zumal sich kaum jemand bewusst ist, dass das Internet erstens ein gutes Gedächtnis hat, und dass zweitens das, was man in selbiges hineinstellt, oft entlarvend, aber genausogut verzerrend bzw. in keinster Weise repräsentativ sein kann.

Wer also wissen will, wie meine Haustiere oder gar meine Kinder heißen (und ob ich überhaupt welche habe), was ich den lieben langen Tag so mach, wo und mit wem ich wann zusammen bin, et cetera – wird das nicht über's Internet erfahren. Ich möchte mit diesem Text vielmehr zu einem sorgfältigeren und vorausschauenderen Umgang mit einem Medium anregen, um seine Vorteile nutzen zu können, ohne sein Opfer zu werden.

gezeichnet,
Zacharias K.